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Interview mit Thugsoldier

Zur Kurzgeschichte: Die unheimliche Begegnung

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Deep Silver: Hallo Thugsoldier! Erzähl uns doch zuerst einmal, wer du bist und was du genau machst?

Thugsoldier: Hallo, mein Name ist Anton Navitski und ich wohne in Sachsen-Anhalt. Ich bin 21 Jahre alt und komme ursprünglich aus Weißrussland. Zur Zeit mache ich eine schulischen Ausbildung zum Wirtschaftsassistent. Meine Hobbys sind: Musik, Sport, PC-Spiele. Seit kurzem schreibe ich auch Kurzgeschichten.

Deep Silver: Als "Thugsoldier" hast Du bereits sehr gelungene Hip-Hop-Remixes aus den Risen Soundtracks geschaffen. Wie kamst Du nun auf das Schreiben von Kurzgeschichten, die sich ja mit komplett neuen Themen befassen?

Thugsoldier: Vorneweg: Als ich 6 Jahre alt war, brachte ich mir das Gitarre spielen bei. Seit dieser Zeit ist sehr viel in meinem Leben passiert, und ich wurde vom Hip-Hop ergriffen. Ich rappe zu Hause am PC und schreibe Lieder über alle möglichen Themen. Ich rappe über alles, was mich in meinem Leben bewegt, und da gehört Risen eben auch dazu. Überhaupt bin ich als Person offen für alles.
Schon als kleines Kind wurde ich von meinen Freunden für meine Fantasie bewundert. Lieder-Texte und Geschichten sind für mich gar nicht so verschieden. Ich denke sogar, dass Geschichten einfacher zu schreiben sind, da man keine Grenzen hat, und seiner Fantasie freien Lauf lassen kann. Somit entschied ich mich vor kurzem dazu, ein eigenes Buch zu schreiben. Zeitgleich erschien dann im offiziellen Risen-Blog die Kurzgeschichte von KelThuzad. Sie gefiel mir wirklich sehr und inspirierte mich zugleich. Da dachte ich mir, ich lege mein Anfängerbuch zur Seite und trainiere erst einmal mit den Kurzgeschichten zu Risen. Somit bin ich wohl ein unerfahrener Neuling.

Deep Silver: Deine Kurzgeschichte zeichnet sich insbesondere durch eine tolle Spannung und die Liebe zum Detail aus. Woher kommt dein Hang zur Dramatik?

Thugsoldier: Als ich noch klein war, hasste ich es zu lesen. Ich wehrte mich mit Händen und Füßen und nichts und niemand konnte meine Meinung ändern.
Ich war ein Junge aus einem weißrussischem Ghetto, und dort wurde das Lesen primär einem Streber zugeordnet. Mit 13 Jahren bin ich dann nach Deutschland gezogen, ohne auch nur ein Wort Deutsch sprechen zu können. Als ich nach Deutschland zog, hatte ich Probleme Freunde zu finden, da ich überhaupt keine Sprachkenntnisse besaß. Ich hatte nur deutsches Fernsehen, und war gefangen in meinen eigenen vier Wänden. Es dauerte einige Zeit, bis ich die Sprache beherrschte. Ich lernte sie nur durch das Sprechen mit den Menschen. Da ich seit meinem 6. Lebensjahr musikbegeistert bin, könnte man sagen, ich habe ein gutes Gehör. Somit lernte ich Deutsch nicht, in dem ich Grammatik aus den Büchern paukte, sondern durch das genaue Heraushören der einzelnen Aussprachen. Die meisten hören nicht einmal einen ausländischen Akzent heraus, das ist für mich das größte Kompliment.
Später dann zwang ich mich dazu, endlich ein Buch in die Hand zu nehmen. Mein erstes Buch war "Eine Studie in Scharlachrot" von Sir Arthur Conan Doyle in russischer Sprachfassung. Ab diesem Zeitpunkt fing ich an, viele verschiedene Bücher zu lesen. Später stieß ich auf "The White Company", welches ebenfalls von Conan Doyle stammt - Dieses Buch begeisterte mich so sehr, dass ich es gleich sechs Mal hintereinander durchlas (Ist auch bis heute noch mein Lieblingsbuch). Somit entwickelte ich schnell eine Vorliebe für die Details und unvorhersehbare Wendungen. Natürlich versuche ich auch eine Spannung in meinen Geschichten zu erzeugen. Ohne Spannung endet jede Geschichte in schneller Vergessenheit.

Deep Silver: Was genau hat dich an Risen und der Spielwelt rund um die Insel Faranga am meisten fasziniert?

Thugsoldier: Ganz klar: die Liebe zum Detail! Diese gut durchdachte Insel Faranga scheint mir nahezu perfekt. Man verläuft sich auf dieser kleinen Welt, als wäre sie ri(e)sengroß, einfach grandios. Ich bin oft an einer Stelle im Spiel stehen geblieben und beobachtete meine Umwelt, die Grafik, und genoss die Atmosphäre. Ich hatte Risen erst nach über 60 Stunden Spielzeit durchgespielt, wobei man noch die missglückten Kämpfe dazu rechnen sollte, nach denen ich den Spielstand wieder neu laden musste. Für mich ist Risen ohne Zweifel das atmosphärischste Spiel, das ich bis heute kenne.

Deep Silver: Welche Kreatur hat es dir in Risen eigentlich am ehesten angetan?

Thugsoldier: Als ich die ersten Screenshots der Risen-Kreaturen sah, fand ich den Ghul am unschönsten. Ich fand ihn comicmäßig und unpassend. Als ich dann später diese gruselige Kreatur das erste Mal in der Welt von Risen antraf, war ich baff. So atmosphärisch, gruselig und bedrohend, ich war einfach begeistert. Seine Augen leuchteten mich in einer dunklen Höhle an, und ich vernahm die Geräusche die er produzierte. Dies war solch ein Gänsehaut-Gefühl, dass ich mich spätestens ab diesen Augenblick in Risen verliebte.
Somit ist mein Lieblingmonster ohne Zweifel der Ghul!

Deep Silver: Vielen Dank für das Interview!

Thugsoldier: Ich danke euch für euer Interesse und die tolle Communityarbeit, die wohl unvergleichbar ist, und alle anderen Publisher in den Schatten stellt. Weiter so!
An alle anderen: Viel Spaß beim Lesen der Geschichte!

 

 

 

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